Pilzkunde für Einsteiger
Dein Guide zum Sammeln im Herbst
Der Herbst ist die perfekte Zeit, um in die spannende Welt der Pilze einzutauchen. Mit der richtigen Ausrüstung und ein wenig Wissen kannst du die Vielfalt der Natur hautnah erleben. 
Der zertifizierte Pilzberater Thomas Homm aus Oldenburg hat uns im Interview alles erzählt, was du über das Pilzesammeln wissen musst – von den besten Sammelgebieten bis hin zu essbaren und giftigen Arten.
Wo darfst du Pilze sammeln?
Bevor du dich auf den Weg machst, ist es wichtig zu wissen, wo das Sammeln erlaubt ist. In der Regel darfst du außerhalb von Naturschutzgebieten überall Pilze sammeln. Die Wälder der Geest sind besonders ergiebig. Achte darauf, dass du keine geschützten Pflanzen oder Tiere störst, da dies mit Bußgeldern geahndet werden kann.
Nachhaltigkeit beim Pilzesammeln
Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle beim Pilzesammeln. Hier sind einige Tipps, die du beachten solltest:
- Schneide Pilze ab: Du kannst Pilze am Grund abschneiden oder vorsichtig aus dem Boden drehen. Dies hat keine negativen Auswirkungen auf den Bestand.
- Sammle nur für den Eigenbedarf: Vermeide Raubbau und lasse junge sowie alte Exemplare stehen, um die Vermehrung zu sichern.
- Achte auf den Boden: Vermeide Schäden an der Vegetation und halte die Natur intakt.
Essbare Pilze im Herbst
Im Herbst findest du viele köstliche Wildpilze. Besonders die Röhrlinge sind für Einsteiger geeignet. Dazu zählen der Steinpilz, der Birkenpilz, der Maronenröhrling und der Hexenröhrling. Die Röhrlinge sind bei uns im Nordwesten in der Regel nicht giftig, sollten aber gut durchgegart werden, da einige roh unverträglich sind.
Giftige Pilze erkennen
Es gibt auch viele giftige Pilze, die meist zu den Lamellenpilzen zählen und die du unbedingt vermeiden solltest. Tödlich giftig sind beispielsweise der Fliegenpilz, der Grüne Knollenblätterpilz, der Weiße Knollenblätterpilz und der Pantherpilz. Es gibt jedoch auch Lamellenpilze, die essbar sind. Wenn du also Lamellenpilze sammeln möchtest, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen essbaren und giftigen Arten zu kennen. Bei Unsicherheiten solltest du dein Sammelgut zur Pilzberatung bringen.
Die richtige Ausrüstung
Für das Pilzesammeln benötigst du nicht viel, aber die richtige Ausrüstung ist entscheidend:
- Flechtkorb: Ideal zum Sammeln, da er die Pilze atmen lässt.
- Pilzmesser: Ein gutes Messer mit Bürste hilft, Schmutz direkt vor Ort zu entfernen.
- Angemessene Kleidung: Denke an Zeckenschutz und trage festes Schuhwerk.
Lagerung und Verarbeitung der Pilze
Um die Qualität der Pilze zu erhalten, ist es wichtig auf ein paar Dinge zu achten. Achte schon beim Sammeln auf einen guten Zustand der Fruchtkörper und vermeide zu großen Druck bei der Lagerung. Generell sollten die sauber geputzten Pilze kühl und trocken gelagert werden. Im Kühlschrank halten sie sich so meist einen Tag. Je frischer du sie zubereitest, desto bester.
Tipps für Anfänger
Wenn du neu im Pilzesammeln bist, ist es ratsam, sich einem Pilzkundigen aus dem Bekanntenkreis anzuschließen oder an geführten Touren teilzunehmen. Pilzwanderungen werden regional zum Beispiel von der Volkshochschule, der ländlichen Erwachsenenbildung, der Landwirtschaftskammer und der Gartenakademie angeboten.
Weitere Informationen rund um das Thema Pilze gibt es auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e. V. (DGfM).
Von Janine Schulze