Staudenliebe, Gartenglück & ein Flohmarkt voller Leben
„Blüten sind das Lächeln der Natur. Es geht auch ohne sie, aber nicht so gut.“ – dieser charmante Satz von Max Reger bringt es ziemlich gut auf den Punkt. Denn wer einmal erlebt hat, wie Staudenbeete im Jahresverlauf aufblühen, der weiß: Ein Garten ohne sie ist möglich – aber einfach nicht dasselbe.
Stauden sind die treuen Begleiter im Garten. Jahr für Jahr kommen sie wieder, oft üppiger, kräftiger und schöner als zuvor. Sie strukturieren Beete, bringen Farbe ins Spiel und sorgen dafür, dass vom Frühling bis in den Herbst immer irgendwo etwas blüht. Ob als zarte Bodendecker, imposante Solitärpflanzen oder als Teil eines lebendigen Bauerngartens – Stauden sind echte Allrounder.
Und genau diese Vielfalt lässt sich wunderbar entdecken – und mit nach Hause nehmen – auf dem „Huder Staudenflohmarkt“.
Ein Treffpunkt mit Geschichte
Wenn sich Pflanzenliebhaber treffen, geht es nicht nur ums Kaufen und Verkaufen. Es wird gefachsimpelt, gelacht, getauscht und inspiriert. Genau diese besondere Atmosphäre macht den Reiz des Flohmarkts in Hude aus.
Dass der Markt heute für alle offen ist, war übrigens nicht von Anfang an so. „Den ersten Staudenmarkt hat die Arbeitsgemeinschaft für Hude e.V. im Herbst 1988 nur für Mitglieder veranstaltet“, erzählt Organisatorin Renate Stümer. „Das Interesse war aber so groß, dass er schon nach wenigen Jahren für alle geöffnet wurde.“
Sie selbst ist seit den 1990er-Jahren mit Herzblut dabei: „Mitte der 2000er habe ich die Organisation übernommen. 2011 hat sich die AG zurückgezogen, und die Touristik-Palette Hude e.V. ist als Veranstalter eingesprungen.“ Heute ist der Flohmarkt fester Bestandteil der „Huder Gartenerlebnisse“.
Gleich zweimal im Jahr verwandelt sich der Schützenplatz (Ecke Schützenstraße/Auf dem Klüterort) in ein Paradies für Gartenfreunde:
Frühlingstermin:
Samstag, 18. April 2026,
von 8:30 bis 12:30 Uhr
Herbsttermin:
Samstag, 05. September 2026,
von 8:30 bis 12:30 Uhr
Schätze, die wachsen und begeistern
Das Angebot ist so bunt wie ein sommerliches Staudenbeet. „Hauptsächlich geht es natürlich um Pflanzen“, sagt Renate Stümer, „aber auch Gartendeko, Gartenliteratur, Gärtnerseife, Schafwolle und allerlei nützliche Gartenutensilien gehören dazu.“
Gerade im Frühjahr ist die Vorfreude groß: „Nach der Winterpause haben viele Lust auf Kräuter, Gemüsepflanzen, Wasser- und Sumpfpflanzen, Sträucher, Stauden, Büsche – eigentlich alles, was das Herz von Gartenfans erfreut.“
Die Pflanzen werden geteilt – oft liebevoll vermehrt –, sind robust und bringen eine kleine Geschichte mit sich. Dazu gibt es Tipps aus erster Hand: welcher Standort passt, wie sie gepflegt werden und worauf es wirklich ankommt.
Mehr als nur ein Markt
Der „Huder Staudenflohmarkt“ ist kein anonymer Verkaufsplatz, sondern ein Ort der Begegnung. „Es entstehen viele nette Bekanntschaften“, berichtet Stümer. „Und ich bekomme oft positive Rückmeldungen, wie gut sich die Pflanzen entwickelt haben.“
Besonders am Herzen liegt ihr der Nachwuchs: „Es ist immer schön zu sehen, wenn Kinder mit viel Eifer und Freude ihre selbstgezogenen Pflanzen anbieten.“
Wer den Markt besucht, sollte sich Zeit nehmen. „Am besten erst einmal einen Rundgang machen“, rät sie. „Und ganz wichtig: Kleingeld sowie eigene Taschen oder Tüten nicht vergessen.“
Denn während einige mit konkreten Vorstellungen kommen, lassen sich viele einfach treiben – und gehen am Ende doch mit mehr nach Hause als geplant.
Inspiration zum Mitnehmen
Der Flohmarkt lebt von seiner entspannten, persönlichen Atmosphäre – nicht zuletzt, weil gewerbliche Anbieter bewusst außen vor bleiben. Hier zählt die Leidenschaft fürs Gärtnern, das Teilen von Wissen und die Freude am Wachsen.
Oder, um es mit einem Augenzwinkern zu sagen:
Ein paar neue Stauden gehen immer.
Von Isabel Blok