
So gestaltest du ein Staudenbeet neu
Mit Tipps von Gartenplanerin Elke Kuper
Egal ob du am Anfang deiner Gartengestaltung stehst, einfach mal ein ganz neues Beet anlegen willst oder stark zusammengewachsene Flächen umgestalten möchtest – manchmal ist es an der Zeit für ein neues Staudenbeet. Genauso ging es Fenia mit einem kleinen Beet an ihrer Terrasse. Über Jahre haben sich dort diverse Pflanzen ausgebreitet und es wurde Zeit für eine Neugestaltung.
Doch wie legt man überhaupt ein Staudenbeet neu an? Wir haben uns Gartenplanerin Elke Kuper aus Rastede dazugeholt und sind mit ihr gemeinsam mit freundlicher Unterstützung vom Pflanzencenter Warnken in Wardenburg das Projekt Staudenbeet in Fenias Garten angegangen.
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Bevor mit der Planung begonnen werden kann, müssen die Bodenart und die Lichtverhältnisse bestimmt werden:
Ist der Boden eher sandig oder lehmig?
Ist der Boden trocken, frisch oder feucht?
Ist der Standort sonnig, halbschattig oder schattig?
Ist der Boden nährstoffreich oder nährstoffarm?
Wenn du dir nicht sicher bist, wie dein Boden beschaffen ist, kannst du bei der LUFA Nord-West eine Bodenprobe einschicken. Die Erkenntnisse helfen dir dabei, passende Pflanzen für dein Beet auszuwählen. Wenn du zu Pflanzen greifst, die zu deinem Standort passen, entwickeln sich deine Stauden gesund und kräftig.
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Schritt 2: Beetvorbereitung
Nach der Bestandsaufnahme kann es mit der Beetvorbereitung losgehen:
Pflanzen entfernen und retten: Wer ein bereits bepflanztes Beet neugestalten möchte, wie Fenia, muss zuerst einmal alle Pflanzen entfernen. Natürlich muss nicht alles in die Tonne oder auf den Kompost wandern. Die Pflanzen, die du gerne woanders verpflanzen oder verschenken möchtest, kannst du vorsichtig ausgraben.
Unkraut entfernen: Wichtig ist, dass du Wurzelunkräuter möglichst vollständig entfernst, damit sie dein neues Staudenbeet später nicht wieder zurückerobern.
Hartnäckige Wildkräuter bekämpfen: Wer hartnäckige Wildkräuter wie Giersch, Quecke oder Ackerschachtelhalm in seinen Beeten hat, wird Schwierigkeiten haben diese vollständig zu entfernen. Aber auch hier hat Elke einen hilfreichen Tipp: Bei starkem Befall mit Giersch das Beet 1 Jahr lang mit Pappe und Rindenmulch abdecken, solange bis alle Rhizome abgestorben sind und erst dann neu bepflanzen.
Boden aufbessern: Arbeite Hornspäne, Hornmehl oder organischen Staudendünger in deinen Boden ein. So werden deine Stauden mit Stickstoff versorgt. Bitte maßvoll düngen, da zu viel Dünger zu Verbrennungen führen kann. Wer einen besonders sandigen Boden hat, kann diesen gut mit verrottetem Kompost anreichern.
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Schritt 3: Pflanzenauswahl
Die Stauden für dein neues Beet wählst du nach Standort und Bodenbeschaffenheit aus. Außerdem solltest du dir folgende Fragen bei der Planung stellen:
Soll das Beet saisonal oder dauerhaft blühen?
Wie insektenfreundlich oder klimaresistent soll das Staudenbeet werden?
Dürfen es nur heimische Pflanzen sein?
Wie passen die Pflanzen in den Garten?
Welche Pflanzen geben dem Beet Struktur?
Welches Farbkonzept soll das Beet verfolgen?
Welche Blatt- und Blütenformen harmonieren gut miteinander?
Außerdem solltest du deine Stauden nach ihrer Wuchshöhe auswählen. Üblicherweise wird ein Staudenbeet aus einer Leitstaude (höchste), Begleitstauden (mittelhoch) und Füllstauden (niedrig) zusammengestellt.
Was die Menge der Pflanzenarten für eine bestimmte Beetfläche angeht, hat Elke eine Faustregel:
Für ein 5 m² großes Beet: 4-5 Arten
Für ein 10 m² großes Beet: 7-8 Arten
Wichtig sind Wiederholungen – so bringst du Ruhe in dein Beet.
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Schritt 4: Pflanzen
Nun geht es ans Pflanzen. Verteile dazu deine Stauden auf dem Beet und probiere verschiedene Anordnungen aus. Bedenke dabei, wie viel Platz deine Pflanzen auf Dauer benötigen. Pro Quadratmeter solltest du circa 5-8 Pflanzen setzen. Dabei ist es das Ziel, dass die Stauden in den kommenden Jahren möglichst dicht wachsen, aber trotzdem ausreichend Platz haben.
Beginne bei der Verteilung mit den höchsten Pflanzen, also der Leitstaude. Dann folgen die etwas niedrigeren Begleitstauden und zuletzt die Füllstauden. Elke empfiehlt diese immer in Gruppen zu setzen. So wachsen sie später flächendeckend zusammen und sorgen für eine stimmige Optik. In kleineren Beeten wie dem von Fenia funktionieren Dreiergruppen sehr gut. Auch die Randgestaltung deines Staudenbeetes ist wichtig. In Fenias Beet sorgt Katzenminze für einen schönen Rahmen.
Bevor du die Pflanzen in die Erde setzt, hat Elke noch einen Tipp: Den Wurzelballen jeder Staude in Wasser eintauchen, bis es aufhört zu blubbern. So sind die Pflanzen direkt gut mit Wasser versorgt. Jetzt kannst du sie eingraben, und zwar so tief, wie sie auch im Topf waren – kräftig andrücken nicht vergessen. Ist das gesamte Beet bepflanzt, wird die gesamte Fläche noch einmal ausgiebig gewässert.
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Schritt 5: Pflege
Damit dein neues Staudenbeet kräftig wächst und gedeiht, hat Elke zum Abschluss noch ein paar Pflegetipps:
Wässern: In der Anwachswachse 2x die Woche morgens durchdringend gießen und hin und wieder den Boden mit einem Grubber auflockern
Rückschnitt: Verblühtes über den Winter stehen lassen und erst im Frühjahr zurückschneiden – so hat das Beet auch im Winter eine ansehnliche Struktur und bietet Lebensraum für überwinternde Insekten
Düngen: Nach einem Jahr im zeitigen Frühjahr (Februar/März) mit Hornprodukten düngen und die Düngung leicht in den Boden einarbeiten
Mulchen: Ziel einer Staudenpflanzung ist, dass sie so zusammenwächst, dass der Boden bedeckt ist. Am Anfang gibt es Lücken zwischen den Pflanzen, diese können mit Mulch geschlossen werden. Organisches Mulchmaterial, wie Rindenmulch kann zwischen den Stauden ausgebracht werden. Aber Achtung: Rindenmulch entzieht dem Boden Stickstoff, also unbedingt im nächsten Frühjahr mit Hornspänen oder -mehl nachdüngen. Auf sandigen Böden und bei Pflanzung von trockenheitsliebenden Stauden ist auch mineralischer Mulch geeignet.
Jäten: Entferne regelmäßig Unkräuter. Sind noch wiederaustreibende Staudenstücke oder Wildkraut zu erwarten, weil die Reste schwer zu entfernen waren, dann ist in der ersten Zeit auf Mulch zu verzichten, rät Elke. Stattdessen solltest du die neu bepflanzte Fläche, genau wie Fenia mit ihrem Beet, noch ein paar Mal gründlich jäten.
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Von Janine Schulze
Mit freundlicher Unterstützung von Gartenplanerin Elke Kuper und vom Pflanzencenter Warnken:

